Provokante Kernaussage gleich zu Beginn
Co-Delivery klappt selten von allein; oft endet es in Unklarheit rund um Abnahmen, Ownership und Betrieb. Kennen Sie das Gefühl, wenn ein Projekt formal abgeschlossen ist, aber die Verantwortung in der Luft hängt? In meiner Beratungspraxis sehe ich es immer wieder: Wenn Rollen nicht sauber getrennt sind, entstehen Lücken, die später Zeit und Geld fressen.
Was Co-Delivery konkret bedeutet
Gemeinsam liefern heisst bei mir: Sie führen den Account, ich übernehme Senior-Delivery. Das klingt simpel. In der Realität braucht es präzise Abgrenzungen für Projektführung, Architektur, Governance und die Abnahmen. Haben Sie klare Entscheidungswege für Stakeholder-Management? Wie sehen Ihre Übergaben aus, wenn das Projekt in den Betrieb geht? Ich erlebe Unternehmen, die zwar partnerschaftlich arbeiten wollen, aber keine eindeutigen Dokumente wie Runbooks oder Ownership-Definitionen haben.
Typische Fehler, die Projekte ausbremsen
Ein häufiger Fehler ist das diffuse Verständnis der Abnahme: alle glauben, die Abnahme sei erfolgt, bis Unklarheiten im Betrieb auftauchen. Ein anderer Fehler ist das fehlende Stakeholder-Mapping: Entscheider sind nicht eingebunden, Entscheidungen verzögern sich und das Projekt verliert Tempo. Und oft fehlt ein konkretes Übergabedokument, sodass Betrieb und Entwicklung aneinander vorbeiarbeiten.
Rollen sauber trennen, ohne die Zusammenarbeit zu ersticken
Wie gelingt das? Fragen Sie sich zuerst, wer welche Verantwortung trägt. In meiner Erfahrung beruhigt das Team, wenn die Aufgaben für Architektur, Governance und Abnahme klar benannt sind. Gleichzeitig braucht es ausreichend Schnittstellen, damit Wissen fliessend weitergegeben wird. Eine Partnerschaft funktioniert, wenn der Kunde den Account führt und die Entscheidungswege kennt, während die Senior-Delivery die technische Umsetzung und die Qualitätssicherung übernimmt.
Abnahme ist kein einmaliger Akt, sondern ein Prozess. Sehen Sie Abnahmen als integrierte Meilensteine mit klaren Kriterien. Was ich häufig empfehle, ist eine dokumentierte Übergabe, die nicht nur technische Details enthält, sondern auch Betriebshandbücher, Runbooks und eindeutige Ownership-Statements. So vermeiden Sie, dass das Projekt zwar abgeschlossen, aber nicht in Betrieb genommen werden kann.
Wie das Stakeholder-Management den Unterschied macht
Stakeholder-Management bedeutet Entscheiden möglich machen. Wer hält die Fäden? Wer trifft finale Entscheidungen? In Projekten, die ich begleite, spart die klare Benennung von Entscheidern Wochen an Diskussionen. Fragen Sie Ihr Team: Wer signiert die Abnahme? Wer übernimmt Eskalationen? Diese Fragen klingen banal, sind aber oft nicht beantwortet.
Konkrete Handlungsempfehlung für die nächsten Tage
Nehmen Sie sich die nächsten zwei bis drei Wochen Zeit für eine kurze, verbindliche Vereinbarung: Definieren Sie schriftlich, wer den Account führt, welche Deliverables die Senior-Delivery liefert, welche Abnahmekriterien gelten und welches Runbook den Betrieb übernimmt. Laden Sie die wichtigsten Stakeholder zu einem 60-minütigen Alignment-Meeting ein, in dem diese Punkte bestätigt und Ownerships unterschrieben werden. Dieses klare Commitment schafft Verlässlichkeit und verhindert das spätere Verlaufen von Verantwortlichkeiten.